1) Die Kinderwagentypen im Überblick

Für verschiedene Verwendungszwecke gibt es verschiedene Kinderwagentypen. Die vielen verschiedenen Kinderwagentypen verwirren auf den ersten Blick, da einige Typen auch nicht ganz klar zu trennen sind. Hier erhalten Sie den Überblick über die Typen:

Kombikinderwagen

 Der wohl meistgekaufte Kinderwagen. Der große Vorteil von Kombikinderwagen ist, dass Sie Ihr Kind damit liegend und sitzend transportieren können. Er ist somit Erstlingswagen und Sportwagen in einem. Nach der Geburt werden Babys liegend gefahren und wenn sie alt genug sind, können Sie den Kombikinderwagen umbauen und Ihr Kind sitzend fahren. Dieser Umbau geht meist mit ein paar Klicks innerhalb einer Minute oder wenigen Sekunden. Kombikinderwagen sind zwar etwas teurer, aber dafür müssen Sie keinen Buggy kaufen.

Beispiel: Teutonia Mistral S V2:

Liegeposition = Erstlingswagen

Der gleiche Kinderwagen, umgebaut zum Sportsitz = Sportwagen:

Erstlingswagen

In einem Erstlingswagen können Babys nur liegend transportiert werden. Wenn Ihr Sprössling also aus dem Erstlingswagen herausgewachsen ist und/oder selbstständig sitzen kann, sollten Sie sich nach einem Sportwagen umsehen (ca. 9 Monate).

 

Sportwagen

Um den Begriff Sportwagen herrscht etwas Verwirrung. Denn wo liegt der Unterschied zu einem Kombikinderwagen und einem Buggy?
Eines vorneweg: eine klare Abgrenzung ist kaum möglich, die Grenzen sind fließend. Sportwagen sind hauptsächlich für den sitzenden Gebrauch gedacht. Für viele Sportwagen gibt es auch Aufsätze, mit denen das Kind liegend gefahren werden kann. Hier sollten Sie aber genau auf die Altersangabe sehen, denn nicht alle Tragetaschen und Wannen sind ab dem ersten Monat geeignet. Manche Hersteller verwenden den Begriff Sportwagen anstelle von Buggy. 

Wenn Sie den Begriff "Sportwagen" wiederum in der Beschreibung von einem Kombikinderwagen lesen, dann ist damit der umgebaute Kinderwagen mit Sitz gemeint.

  

Buggy

Das geringe Eigengewicht schont Ihre Kräfte und durch die kompakten Maße nimmt er nicht viel Platz im Auto weg und Sie finden leichter Platz in öffentlichen Verkehrsmitteln. Durch die beweglichen Vorderräder ist der Buggy wendiger als der Sportwagen, dies kann auf unebenem Boden (Schotter, Feldwege) jedoch das Schieben sehr erschweren.  
Es gibt auch die Bezeichnung "Liegebuggy".

Beispiel Gesslein Swift: und Quinny Zapp

Shopper

Ein Shopper ist ein spezieller Sportwagen, der vor allem für Citytouren gebaut wurde. Ein Shopper ist sehr wendig und leicht, bietet oft mehr Stauraum als Buggys, stößt im Gelände jedoch schnell an seine Grenzen. Ein Shopper und Buggy sind nazu identisch.

 

Jogger

Jogger zählen auch zu den Sportwagen, haben nur drei Räder und sind dadurch unempfindlicher gegenüber Unebenheiten. Jogger sind vor allem bei sportlichen Eltern sehr beliebt. Wie der Name vermuten lässt, kann man mit einem Jogger das Kind auch mal zu schnelleren Läufen mitnehmen. Aber Vorsicht: Nicht alle Modelle mit dem Namen “Jogger”, sind auch tatsächlich zum Joggen geeignet. Hier sollten Sie sich genau informieren, bevor Sie ein solches Modell zum Joggen kaufen.
Prinzipiell ist es natürlich nicht ungefährlich mit dem Kind zu joggen. Gerät der Wagen außer Kontrolle, kann das schlimme Folgen für den Sprössling haben.

Beispiel TFK Joggster III:

Travel-System / Shop’n Drive System

Travel-Systeme werden immer beliebter. Ein Travel-System bzw. Shop’n Drive System ist eine Kombination aus Kinderwagen und Babyschale für´s Auto. Mit einem Adapter können Sie den Autositz auf das Gestell des Kinderwagens montieren.

Beispiel Chicco Trio Tour 4:

 

Zwillingskinderwagen / Geschwisterwagen / Drillingskinderwagen

Wer Zwillinge erwartet, benötigt auch einen Kinderwagen für zwei Babys. Zwillingskinderwagen können aber auch für Kinder verwendet werden, die etwa im gleichen Alter sind. Für Drillinge gibt es auch spezielle Drillingskinderwagen.

Beispiel Brevi Twin und Osann Gemimi

 

 

 

 

2) Stadt-Kind oder Landei?

Benutzen Sie den Kinderwagen fast ausschließlich in der Stadt, sollten Sie viel Wert auf Wendigkeit legen. Mit kleinen schwenkbaren Vorderrädern kommen Sie einfach um Regale.
Bei vielen Kinderwagen sind die Vorderräder auch feststellbar, dadurch können Sie auch mal bequem über unebenes Gelände fahren.
Wenn Sie Wald- und Feldwege intensiv nutzen, ist ein Kinderwagen mit stabilen, großen Rädern besser  geeignet. Große Räder fahren sich nicht so schnell in den Löchern schlechten Wegen fest und überwinden leichter kleine Hindernisse wie zum Beispiel Äste.

Auto oder öffentliche Verkehrsmittel?

Wenn Sie den Kinderwagen im Kofferraum mitnehmen möchten, muss der natürlich auch hinein passen. Klingt logisch - aber wie weiß man welcher Kinderwagen in den Kofferraum passt? Dazu können Sie entweder bei einem Babyfachhandel testen oder vorher schon unseren Auto-Kinderwagen-Finder. Anhand der Kofferraum-Maße können Sie mit unserem Auto-Kinderwagen-Finder herausfinden, ob der Kinderwagen in den Kofferraum passt. Bei manchen Kinderwagen lassen sich die Räder einfach abnehmen. Dadurch lässt sich das Gefährt leichter im Kofferraum verstauen oder passt so überhaupt erst hinein.

Wenn Sie des öfteren mit öffentlichen Verkehrsmitteln unterwegs sind, sollten Sie auch auf die Kippsicherheit Wert legen. Ein großer Radabstand erhöht die Kippsicherheit und eine Feststellbremse sorgt dafür, dass Ihr Kinderwagen sich nicht selbstständig macht.

 

3) Sicherheit bei Kinderwagen

Neben dem Aussehen ist auch die Sicherheit ein wichtiges Kaufkriterium. Diese Seite informiert Sie über verschiedene Merkmale zum Thema Sicherheit bei Kinderwagen:

 

TÜV-Plakette, GS-Zeichen

Durch die beiden Prüfplaketten (eine TÜV-Plakette oder ein GS-Zeichen) können Sie davon ausgehen, daß ( zumindest bei einem Neukauf ) weder Mechanik noch Material ihres Kinderwagens schwerwiegende Sicherheitsmängel haben.

Bremsen

Die Feststellbremse sorgt dafür, dass der Kinderwagen sicher steht und nicht einfach davon rollt. Manche Kinderwagen haben noch zusätzliche Bremsen. Dieses Bremsen können während dem Fahren benutzt werden. Und zwar genau dann, wenn es steil bergab geht. Das Gewicht des Kinderwagens, Ihr Kind und die Ausstattung... all das wird Sie bergab viel Kraft kosten, da Sie den Kinderwagen vor dem Wegrollen halten müssen. Mit einer zusätzlichen Bremse können Sie den Kinderwagen abbremsen und bequemer bergab laufen.

 

Reflektoren

Autos, Motorräder und Fahrräder müssen per Gesetz mit Reflektoren ausgestattet sein. Und das aus gutem Grund, man wird Nachts um ein vielfaches besser und schneller erkannt. Kinderwagen sind oft nur mit wenigen kleinen oder gar keinen Reflektoren ausgestattet. Sie können von manchen Herstellern zusätzlich Reflektoren erwerben oder auch selbst reflektierendes Material anbringen.

 

Kippsicherheit

Achten Sie beim Kinderwagen-Kauf darauf, dass der Wagen kippsicher ist. Durch breite Räder ist die Standfestigkeit erhöht und sie erleichtern das Schieben. Eine zu weiche Federung begünstigt das Kippen. Überladen Sie den Kinderwagen nicht, da der Kinderwagen sonst kippen kann.

Anschnallmöglichkeit

Der Kinderwagen sollte eine Anschallmöglichkeit besitzen, damit Ihr Kind nicht herausfallen bzw. herausklettern kann. Babys müssen mit dem Hosenträgergurt bzw. 5-Punkt-Gurt vor seinem Entdeckerdrang geschützt werden, denn Verletzungen infolge von Stürzen aus dem Wagen sind schnell passiert. Ausweichmanöver und hohe Absätze wie z.B. an Gehwegen bringen den Wagen in Schieflage und  können ihn sogar kippen lassen.

 

Klappmechanismus

Er muss zuverlässig feststellbar sein, so dass der Wagen nicht ungewollt von alleine zusammenklappen kann.

 

Schadstoffe

Da Babys alles in den Mund nehmen was Sie in Ihre Finger bekommen, ist sollte der Kinderwagen möglichst frei von Schadstoffen sein. Schadstoffe verstecken sich vor allem in Weichmachern.

 

4) Allgemeine Ausstattungsmerkmale bei Kinderwagen

Auch beim Kinderwagenkauf wird man mit Fach-Chinesisch konfrontiert. Wir erklären Ihnen die verschiedenen Ausstattungsmerkmale:

Schwenkbare Räder

Schwenkbare Räder sind nicht fest montiert, sondern lassen sich um ihre eigene Achse drehen. Dadurch lässt sich der Kinderwagen (vor allem auf Ebenen Flächen) einfacher lenken.

Schieber (Kinderwagengriff)

Die meisten Eigenschaften des Kinderwagens sind wichtig für Ihr Kind, die des Schiebers sind wichtig für diejenigen, die den Wagen fahren. Bei Paaren mit einem großen Größenunterschied oder wenn die großen Geschwister schieben möchten, ist die Verstellbarkeit der Schieberhöhe eine wichtiger Aspekt beim Kinderwagenkauf.
Zum verstellen der Höhe gibt es bei Kinderwagen zwei verschiedene Techniken, den Teleskopschieber und den Knickschieber.

Teleskopschieber

Der Schieber ist in der Länge und damit auch in der Höhe verstellbar. Somit kann die höhe des Schiebers an die Größe des Fahres angepasst werden.

Teleskopschieber vom Kinderwagen Osann beepop. (Der rechte Pfeil zeigt die Funktionsweise des Teleskopschiebers, der linke Pfeil die des Schwenkschiebers)

Knickschieber

Durch Druckknöpfe an der Schieberstange lässt sich der Schieber nach unten abknicken und ist somit von der Höhe her variabel.

Knickschieber vom Kinderwagen Emmaljunga City Cross.

 

Schwenkschieber - Blickrichtung verändern

Der Schwenkschieber ist ein Kinderwagengriff, mit dem Sie Ihrem Kind wahlweise den Blick nach vorne oder hinten ermöglichen können. Dies ist möglich, indem Sie den Griff auf die andere Seite umlegen können.
Beispiel, der Schwenkschieber vom Hartan Topline S :

 

Bremsen

Feststellbremse

Diese finden Sie an den Hinterrädern des Wagens, wo sie an beiden Hinterrädern wirken muss und dadurch oft durch eine Stange verbunden ist. Wenn Sie auf diese treten wird die Bremse aktiviert, d.h. die Räder sind blockiert und der Wagen kann sich nicht mehr von alleine wegrollen.
Jeder Kinderwagen muss mindestens eine Feststellbremse haben, bei einem Wagen mit Schwenkschieber sollten Sie darauf achten, dass er auf jeder Seite eine Feststellbremse hat.

Was Sie vor dem Kauf testen sollten: Wäre es für Sie möglich alleine mit dem Wagen eine Treppe hochzukommen, indem Sie ihn diese rückwärts hochziehen oder wäre Ihnen dabei die Bremse im Weg?

Feststellbremse am Kinderwagen Feststellbremse von Emmaljunga. Bei aktivieren werden die Hinterräder blockiert, der Kinderwagen kann somit nicht wegrollen.

 

Handbremse

Eine Handbremse ist eine zusätzliche Bremse, die ähnlich wie bei einem Fahrrad durch drücken betätigt wird. Dies hat vor allem den Vorteil, dass man den Wegen einfach bergab einfach bremsen kann und nicht erst sein ganzes Gewicht gegenstemmen muss.

Handbremse Kinderwagen Handbremse vom Kinderwagen Hartan R1.

Räder / Reifen

Hartgummirad

Hartgummiräder werden häufig für Buggys verwendet, da sie sehr leicht sind. Leider federn sie nicht und sind deshalb eher ungeeignet für Kinder, die noch nicht selbst sitzen können und für Fahrten auf holprigen Wegen. Bei unebenen Untergrund hört man dann das typische Klappern der Räder.

Luftkammerrad

Diese Art der Räder sind eine Kombination aus Hartgummi- und Luftreifen. Im Reifen sind kleine Luftkammern, der Kunststoff ist aufgeschäumt. Es kann so keine Luft entweichen, die Räder haben eine federnde Eigenschaft. Optisch ähneln sie den Hartgummirädern, die Daumenprobe weißt sie allerdings als Luftkammerräder aus, wenn sie auf Daumendruck leicht nachgeben.

Luftreifen

Lufträder sind schwerer, federn jedoch am besten. Der Nachteil: Die Luft kann entweichen wie bei einem Fahrrad, daher sollten Sie einen Ersatzschlauch und eine Luftpumpe parat haben.
Bei zu viel Luft im Reifen, geht die federnde Eigenschaft verloren.