Kindersitz Test 2011 vom ADAC
Auch dieses Jahr hat der ADAC einen großen Kindersitz Test veröffentlicht. Aufgrund der vielen Schadstoffe, die schon in Spielzeug und anderen Kinderprodukten gefunden wurden, wurde dieses Jahr erstmalig auch bei den Kindersitzen auf Schadstoffe geprüft.
Die Kindersitz Test-Ergebnisse
Zum Test standen 28 Auto-Kindersitze verschiedener Altersklassen und Anbieter. Die Gesamturteile reichten von „sehr gut“ (1x) bis „mangelhaft“ (5x). Immerhin 15 Kindersitze aller Altersgruppen wurden mit „gut“ bewertet, 6 Stück mit „befriedigend“ und ein Kindersitz mit „ausreichend“.
Über die Hälfte der Kindersitze würden ohne die neue Kategorie Schadstoffe mit „sehr gut“ bewertet werden. Aber bei einigen Kindersitzen führte die neue Kategorie zur Abwertung.
Alle Kindersitze mit der Gesamtnote „mangelhaft“ wurden vor allem bei den wichtigen Kriterien Sicherheit und Schadstoffe mit „ausreichend“ bzw. „mangelhaft“ bewertet.
Die Kindersitze wurden in 4 Teilbereichen getestet.
-
Sicherheit
-
Bedienung/Ergonomie
-
Schadstoffe
-
Verarbeitung / Reinigung
Für das ADAC-Urteil wurden dabei die ersten drei Kriterien herangezogen, da diese die wichtigsten sind. Ein erhöhter Schadstoffgehalt führte zur Abwertung.
Test-Ergebnisse Babyschalen
Der große Testsieger
Der absolute Testsieger ist die Babyschale RÖMER Baby-Safe Plus II SHR mit ISOFIX Base. Sie konnte in allen 4 Test-Bereichen ein „sehr gut“ erreichen.
Die restlichen 6 Babyschalen schlossen mit 5x „gut“ und 1x befriedigend ab (Chicco Keyfit). Die Abwertung beim Chicco Keyfit kam durch das neue Prüfkriterium Schadstoffe. In allen anderen Bereichen schloss auch dieser Sitz mit "gut" ab.
Bei den Babyschalen ist der Testsieger ist gleichzeitig die teuerste (getestete) Babyschale, während das Schlusslicht mit 100€ relativ günstig ist.
Testergebnisse Kindersitze
Bei den Kindersitzen schnitten mit Gesamturteil "gut" ab:
Gruppe 1 (9-18kg)
- HTS Besafe iZi Comfort X3 Isofix
Gruppe 1+2+3 (9-36kg)
Gruppe 2+3 (15-36kg)
- KIDDY Cruiserfix Pro
- RÖMER Kid Plus SICT
- RÖMER Kidfix Plus SICT
- RECARO Milano
- MAXI COSI Rodi XP 2
- CYBEX Solution X2-fix
- CONCORD Transformer Click
- SUNSHINE KIDS Vega
In der Gruppe 1 sind die beiden „mangelhaft“ ausgezeichneten Kindersitze auch mit die teuersten: CASUALPLAY Fix QR und CASUALPLAY Fix QR mit Stützfuß. Weiterhin „mangelhaft“ bewertet wurde der PHIL & TEDS Tott-XT (Gruppe 1/2/3), der GRACO Junior Maxi (mit 60€ der billigste Kindersitz) und der BREVI OKI bfix (beide Gruppe 2/3).
Das gesamte Testergebnis finden Sie hier bei ADAC.de .
Sehen Sie hier das Video zum ADAC Kindersitz-Test 2011:
Wie wurde getestet?
Testverfahren und -kriterien im Überblick
Für den Front- und Seitenaufpralltest wurden die Kindersitze in eine fünftürige VW Golf VI-Karosserie, welche auf einem Prüfschlitten montiert war, eingebaut. Damit simulierten die Tester einen Frontalaufprall mit 64 km/h und einen Seitenaufprall mit 50 km/h. Damit liegen die Prüfungen deutlich über den gesetzlichen Mindestanforderungen der Prüfnorm ECE-R 44.
In den Kindersitzen wurden jeweils unterschiedlich große Dummies, ggf. in verschiedenen Sitzstellungen (Sitz- und Ruhestellung) festgeschnallt. Dabei wurde auch der Gurtverlauf, die Größenanpassung, die Standfestigkeit auf dem Fahrzeugsitz, die Kopfabstützung und die Ergonomie des Kindersitzes (Platzangebot, Sitzposition und Platzbedarf im Fahrzeug) getestet.
Für die Einbauversuche und statischen Prüfungen wurde jeweils ein zwei- und viertüriges Fahrzeug und ein Van verwendet.
Die Schadstoffprüfung erfolgte an allen Teilen, mit denen das Kind in direkten Kontakt kommt. Dabei wurde sich an verschiedene, schon bewährte Prüfungsmethoden angelehnt.
Folgendermaßen setzt sich das ADAC-Urteil zusammen (Die Zahl dahinter zeigt die Gewichtung an):
1. Testkriterium Sicherheit 50%
Schutz beim Frontalaufprall mit 64 km/h 40%
Schutz beim Seitenaufprall mit 50 km/h 40%
Gurtverlauf, Größenanpassung 10%
Standfestigkeit 10%
2. Testkriterium Bedienung 40%
Einbauversuche mit Kindern und Dummys auf dem Beifahrersitz, dem äußeren Rücksitz und dem mittleren Rücksitz, falls der Kindersitz dafür zugelassen ist
Möglichkeiten der Fehlbedienung 40%
An-/ Abschnallen des Kindes 20%
Ein-/ Ausbau des Sitzes 20%
Umbau des Sitzes 10%
Bedienungsanleitung 10%
3. Testkriterium Ergonomie 10%
Einbauversuche mit Kindern und Dummys auf dem Beifahrersitz, dem äußeren Rücksitz und dem mittleren Rücksitz, falls der Kindersitz dafür zugelassen ist
Platzangebot im Sitz 40%
Platzabedarf im Fahrzeug 20%
Sitzposition für Kind 20%
Komfort (Polsterung, Sicht) 20%
4. Testkriterium Reinigung/ Verarbeitung
Subjektive Beurteilung durch mehrere Prüfpersonen
Reinigung 50%
Verarbeitung 50%
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